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07.03.2017: Eltern-Kind Skikurs - so war es
Beginn: 14:05 Uhr. Ende: 14:05 Uhr.

 

Kennen Sie eigentlich das kleine Skigebiet "Die Koppel" nur wenige Schritte vom Haus Mayr in Huben 11 entfernt?  Nein?
Kein Wunder - es ist auch nur in den Faschingsferien von Aschermittwoch bis Samstag sichtbar. Dann allerdings erregt es durchaus Aufsehen bei allen Wanderern und Joggern. Nicht selten bleiben diese stehen und betrachten amüsiert das Geschehen. In voller Skimontur (Helm, Skibrille, Ski, Stöcke) wieseln kleine Kinder und Skilehrer auf dem letzten Schneefeld in Huben im Schatten des Waldes - während ringsherum  bereits die Weiden zu blühen beginnen.

Sie beobachten ein seltsames Treiben und mit ein wenig Fantasie erkennen sie die Spitzenzwerge und Riesen, die  hier auf Schneelöwenjagd gehen und  dabei über Gletscherfelder springen, in der Abfahrtsocke steile Hänge hinab schießen, Kanten, dass der Belag sichtbar wird,  vor einer großen Schlucht mit einem Stoppschwung bremsen. Eben diese Riesen und Spitzenzwerge treten auf der Märchenwiese riesige Blumen und durchforsten einen wilden Zauberwald (gleiten und gehen mit den Skiern). Schon bald erklimmen sie mit "Knie-Hack" (Treppenschritt) die Berggipfel und fahren über die kleine "Abfahrt" (4 Tore) oder wagemutig  die große "Abfahrt" von ganz oben (6 Tore) oder gar die "Wellenbahn" wieder ins Tal. Mit etwas Übung biegen sie nach der "Abfahrt" links Richtung Österreich (Linkskurve) oder rechts Richtung Deutschland (Rechtskurve) ab oder stoppen plötzlich vor der Baustelle. Sehr Geübte springen über eine hohe Schanze in den Himmel. Der aufmerksame Beobachter bemerkt sehr bald auch viele "Kräne" (Skilehrer) die gestürzte "Riesen und Spitzenzwergen" beim Aufstehen unterstützen (Kindermund: Ich hab alles probiert- es ist nichts zu machen ).

Das Treiben beginnt jeden Morgen um 10.00 Uhr pünktlich vor dem Haus. Besorgte Eltern dürfen die Kleinen nur bis zur Treppe begleiten und vertrauen die oft bitterlich weinenden Kinder den erfahrenen Skilehrern an (die natürlich auch nicht emotionslos sind - aber die Situation ruhig annehmen und gelassen darauf hinweisen, dass man nur ein bisschen Ski fährt). Schon nach wenigen Schritten verklingt das Weinen und hinterlässt nur noch ein paar Tränchen in den Wimpern. Im Skigebiet angelangt versteckt auch der Kleinste seinen Diddy in seiner Tasche, holt eifrig seine Ski, schnabelt in die Bindung ein, schaut um und klickst. Dann ergreift er, inzwischen routiniert, die Stöcke fährt mit der Hand durch die Schlaufe und murmelt dabei: " Der Fisch kommt aus dem Teich, Maul auf, alles fest im Griff" (nur der Wissende hört die Worte - dem Kleinen mangelt es noch etwas an der Sprachfertigkeit). Dann erklimmt er wieder mit "Knie-Hack" die Bergstation. Wird es zwischenzeitlich ein wenig zu anstrengend lenkt er sich ab durch singen. Auch die jungen Skilehrer stimmen mit ein und es trällert lauthals auf der "Koppel"  - ".... in der Weihnachtsbäckerei" (es ist üblich, dass man sich in diesem Skigebiet nicht so sehr an die Jahreszeiten hält).
Der Abschiedsschmerz ist bis zum Beginn der nächsten Einheit vergessen.

Nach 8 Einheiten (oder 4 Tagen) absolute Anstrengung, enorme Fortschritte und vielen Gummibärchen an der Tankstelle (Belohnung für jedes Mal hoch steigen - die Tankstelle ist dummerweise immer nur oben) sind die "Riesen und Spitzenzwerge" bereit für das Skigebiet Kaiserblick in Sachrang.
Hier gleiten sie dann mit dem Seillift zur Bergstation (jetzt schmerzen nicht mehr die Beine sondern die Arme)  und fahren in großen Kurven rasant hinunter ins Tal. Nun sind es die bewegten Eltern die sich die eine oder andere Träne aus den Augen wischen wenn ihnen die strahlenden und stolzen Kinder entgegen fahren.

Und wie so oft ist auch die allergrößte Mühe vergessen, siegt der Stolz,  wenn jedes Kind eine strahlende Goldmedaille um den Hals gehängt bekommt.
(Kindermund - wieso bekommt Jeder eine Goldmedaille wenn ich der Beste bin)
Zum Schluss bin ich es die gerührt einen Kloß im Hals verschluckt als beim Abschied der kleine David (servus David, es war schön mit dir) - kaum zu verstehen, da wie schon erwähnt der Sprache noch nicht ganz mächtig und der Mund voll mit Diddy antwortet - "auch schön".

Ich danke allen Eltern für ihr Vertrauen und allen Skilehrern, Mario, Lena, Helen, Mira, dafür, dass sie sich so einer großen Verantwortung gestellt haben.    

Irene Fröhler