Details
Abteilung: Volleyball Mannschaft: U 16 I (TBM1)

08.05.2019: Deutscher Meister 2019
Turnerbund München Deutscher Meister U 16 weiblich Volleyball-Nachwuchs gewinnt den Titel in Friedrichshafen


Charlotte Körber kennt das Gefühl: Zum dritten Mal in Folge bei einer Deutschen Meisterschaft stand die Spielführerin des TBM-Nachwuchses am Sonntagnachmittag in Friedrichshafen bei der Siegerehrung auf dem Treppchen. Am Samstag hatte das noch ganz anders ausgesehen. Beim Aufwärmen vor dem zweiten Gruppenspiel war sie umgeknickt, um 10.55 Uhr war die Welt des, als Favorit gestarteten, Teams aus München aus den Fugen geraten. Ohne ihren Stabilisator und Motor war eine vordere Platzierung in weite Ferne gerückt. Trainerin Verena Steinbacher: „Es war insgesamt für die Spielerinnen kein leichtes Turnier. Als Favorit gestartet, mit hohen eigenen Zielen und großen Erwartungen im gesamten Umfeld kamen die Mädels nur langsam ins Turnier.‘‘
 
Die Vorrunde gegen den SC Neubrandenburg (2:0/25:11,14) den Vorjahressieger SCU Emlichheim (2:1/21:25, 25:16, 15:10) und den späteren Dritten 1. VC Wiesbaden (2:1/17:25, 25:16, 15:6) in der, mit Abstand schwierigsten, Gruppe war geprägt vom Ausfall Charlottes. Angeführt von ihrer Nationalspielerin Celine Jebens, die später zum MVP gewählt wurde, kämpfte sich das Team zurück ins Turnier und konnte den Samstag als Gruppenerster abschließen und damit ein viertes Spiel an diesem Tag vermeiden. Das gesamte Team mit Miracle Echipue, Maike Heinzinger, Lena Hopf, Celine Jebens, Fiona Jordan, Chalina Lederer, Emily Moreno-Schmid, Ella Peters, Franziska Rumpp, Anna Treusch und Christina Varelas erhielt Spielanteile und konnte den Ausfall von Charlotte zumindest am Samstag kompensieren. Verena Steinbacher: „Ohne unseren breiten Kader hätten wir das nur schwer geschafft, alle haben meine Erwartungen mehr als erfüllt“.
 
Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass das gesamte Turnier ein deutlich höheres Niveau hatte als die letztjährigen Meisterschaften, bei denen die TBM-Spielerinnen im Endspiel gegen den SCU Emlichheim 1:2 unterlagen. Statement des Bundestrainers Jens Tietböhl: „Das Halbfinale könnt ihr trotzdem erreichen, angesichts des gigantischen Niveaus der Meisterschaft wird es dann aber extrem schwer werden.“ Fazit aus Turnerbund-Sicht: „Wir bewegen uns bei den vorderen Teams im oberen Regionalligabereich. Hätten wir die Mädels nicht in der Kooperation mit dem Bayerischen Volleyball-Verband in den beiden letzten Jahren in der Bayernliga antreten lassen können, wäre ein Platz unter den ersten sechs, acht Teams kaum machbar gewesen.“
 
Der Modus bescherte dem TBM am Sonntagmorgen im Viertelfinale den Bundesliganachwuchs des Schweriner SC. Physiotherapeutin Luisa Rembeck hatte Charlotte über Nacht zumindest soweit stabilisieren können, dass Kurzeinsätze in der Annahme/Abwehr möglich erschienen. Nach dem unglücklich verlorenen ersten Satz (26:28) kehrte Charlotte dann gänzlich in die Stammsechs zurück. Stützpunktleiter Gerhard Eberl: „Als sie beim Spielstand von 3:3 mit einem harten Angriffsschlag ihren ersten Punkt machte, waren wir wieder in der Spur.“ Trainerin Verena Steinbacher: „Wir haben taktisch besser agiert, die Rückkehr von Charlotte gab uns Stabilität und Celine hat gezeigt, warum sie ins Nationalteam berufen wurde.“ 25:16 und 15:10 in den folgenden Sätzen sprachen eine klare Sprache.
 
 
 
 
Welcher Druck auf den jungen Spielerinnen gelastet hatte, zeigte sich im Halbfinale gegen Blau-Weiß Aasee. Mit 25:13 und 25:12 zog der TBM in knapp einer halben Stunde Spielzeit souverän ins Finale ein. Verena Steinbacher: „Wir hatten Aasee intensiv gescoutet und unsere Spielerinnen haben den Matchplan voll umgesetzt. Vor allem im Aufschlag- und Annahmebereich, einer unserer Trai-ningsschwerpunkte vor dem Turnier, waren wir souverän und zeigten unser bestes Spiel im Turnierverlauf.‘‘  
 
Im Endspiel wartete das spielstarke, aber körperlich unterlegene Team vom SV Raspo Lathen. Angeführt von der individuellen Klasse von Celine und der Ruhe von Charlotte steigerte sich das gesamte Team nochmals und lag im 1. Satz mit 23:12 in Führung. Die Helfer des Ausrichters VfB Friedrichshafen begannen mit dem Aufbau für die Siegerehrung, so überlegen präsentierten sich die Münchnerinnen. Eine Serie von Aufschlägen brachte Lathen zurück ins Spiel und sogar zum Satzgewinn. Auch diese schwierige Situation nahm das Team um die Trainer Verena Steinbacher und Bastian Pourie an und kam im zweiten Satz zurück. Die Satzergebnisse von 25:16 und 15:8 sprachen hier eine deutliche Sprache. Trainerin Verena Steinbacher: „Das komplette Team hat ein riesiges Potential, sowohl körperlich als auch spielerisch.“
 
Volleyballabteilungsleiter Peter Kohlschmid erinnerte bei der anschließenden Feier daran, dass dieser Erfolg des TBM viele Väter hat und das Ergebnis einer unglaublichen Zusammenarbeit der Stützpunkte in Bayern darstellt: „Trainingseinheiten des Landestrainers Werner Kiermaier, der BVV-Trainer Dieter Heidrich, Veronika Kettenbach und Lucia Kaiser im Rahmen der Kooperation mit dem VCO München, die Freistellung von Bastian Pourie durch den Partnervereins SV Lohhof für die Vorbereitung des Teams, die Zusammenarbeit mit dem SV Inning und dem TV Planegg-Krailling, die mit einem Doppelspielrecht die Teilnahme von Franziska Rumpp und Miracle Echipue ermöglichten, haben wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.“

 

oben von links:
Maike Heinzinger, Ella Peters, Chalina Lederer
Hinten von links
Fiona Jordan, Charlotte Körber, Franziska Rumpp, Lena Hopf, Celine Jebens, Christina Varelas, Emily Moreno Schmid, Anna Treusch
Vorne von lins:
Bastian Pourie (Co-Trainer) Gerhard Eberl (Stützpunktleiter), Verena Steinbacher (Trainer), Miracle Echipue, Luisa Rembeck (Physiotherapeutin)
 

Ehrung von Celine Jebens als MVP


Kapitänin Charlotte Körber